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A 143: Westumfahrung Halle (Saale)

Die Autobahn (A) 143 ist Teil der Mitteldeutschen Schleife um Halle und Leipzig. Das südliche Teilstück zwischen dem Autobahndreieck (AD) Halle-Süd (A 38) und der Anschlussstelle (AS) Halle-Neustadt (B 80) ist seit dem 22.10.2004 auf einer Länge von neun Kilometern unter Verkehr. Der feierliche erste Spatenstich für das nördliche Teilstück, mit einer Länge von 12,6 Kilometern zwischen der Anschlussstelle Halle-Neustadt (B 80) und dem Autobahndreieck Halle-Nord (A 14), erfolgte am 3. Dezember 2019.

Die A 143 stellt als Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nummer 13 A 38/ A 143 den Netzschluss zwischen der A 38 Göttingen - Halle (A 9) und der A 14 Magdeburg - Halle her. Der Bundestag beschloss 1992 den Bau der A 143 als eines von 17 Verkehrsprojekten Deutsche Einheit. Bereits 2005 wurde für das zweite Teilstück die Baugenehmigung erteilt, doch der Naturschutzbund (Nabu) klagte dagegen. Zwei Jahre später gab ihm das Bundesverwaltungsgericht Leipzig Recht und urteilte, dass die Pläne mit Blick auf den Naturschutz nachgebessert werden müssten. Knackpunkt waren Porphyrkuppen, ein streng geschützter Naturraum mit seltenen Pflanzen und Tieren, den die Autobahn schneiden würde.

Nunmehr sind aber Lösungen gefunden, um die Beeinträchtigung des „Natura 2000“-Schutzgebietes so gering wie möglich zu halten. Ein rund 300 Meter langer Tunnel mit modernster Lüftungstechnik wird künftig unter der Porphyrkuppenlandschaft hindurchführen und dafür sorgen, dass der Biotopverbund innerhalb des Gebietes langfristig aufrecht erhalten bleibt und die streng geschützten Lebensraumtypen vor verkehrsbedingten Stickstoffeinträgen geschützt sind.

Zum Schutz der Anwohner vor Lärm sind darüber hinaus ein lärmmindernder Fahrbahnbelag, ein Lärmschutzwall bei Bennstedt, ein Lärmschutztunnel bei Salzmünde sowie eine Lärmschutzwand einschließlich Einhausung im Zuge der Saalebrücke vorgesehen. Dazu erfolgte das inzwischen abgeschlossene Planänderungs- und Planergänzungsverfahren. Mit dem Planfeststellungsbeschluss vom 20.03.2018 konnten erste bauvorbereitende Arbeiten für das rund 350 Millionen Euro teure Projekt im Sommer 2018 begonnen werden. Der Baustart für das letzte Teilstück war am 3. Dezember 2019; der Bau soll planmäßig 2025 abgeschlossen werden.

Naturschutzrechtliche Anforderungen

Neben den naturschutzrechtlichen Anforderungen des Arten- und Habitatschutzes auf europäischer Ebene, die in der Fauna-Flora-Habitat Richtlinie (FFH-Richtlinie) und der Vogelschutzrichtlinie verankert sind, mussten auch nationalrechtliche Belange des Naturschutzes bei der Trassenplanung beachtet werden. Darunter fällt die Eingriffsregelung gemäß Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in Verbindung mit den landesspezifischen Regelungen des Naturschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (NatSchG LSA).

Unter anderen dienten die im Rahmen der gemäß Artikel 6 Absatz 3 der FFH-Richtlinie in Verbindung mit § 32 BNatSchG durchgeführten FFH-Verträglichkeitsprüfungen erhobenen und ausgewerteten Daten für die von dem Vorhaben betroffenen FFH-Gebiete „Dölauer Heide und Lindbusch“, „Muschelkalkhänge“ und „Porphyrkuppenlandschaft“ als Grundlage für die Entwicklung des naturschutzfachlichen Kompensationskonzeptes.

Den prognostizierten Zerschneidungseffekten im überregionalen Netz der Wanderkorridore größerer Säugetiere als auch den Funktionsbeeinträchtigungen zwischen Lebensräumen von Arten auf regionaler und lokaler Ebene, wird durch Realisierung geeigneter Maßnahmen wirkungsvoll begegnet. Dazu zählen die Anlage von drei Grünbrücken und einer sogenannten Grünspange mit integrierten beziehungsweise anschließenden Irritations- und Kollisionsschutzwänden, die eine möglichst störungsfreie Querung der Autobahn für wandernde Tierarten (unter anderem verschiedene Fledermausarten) ermöglichen.



Baustart für letztes Teilstück der A 143

In Anwesenheit von Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sowie Landesverkehrsminister Thomas Webel wurde am 3. Dezember 2019 der Startschuss für den Bau des nördlichen Teilstücks der Autobahn (A) 143, der Westumfahrung von Halle, gegeben.

Weg frei für Bau der A 143 bei Halle

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel sieht im Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig zur A 143„Westumfahrung Halle“ einen der größten Meilensteine bei der Komplettierung der Verkehrsinfrastruktur in Sachsen-Anhalt. „Das ist ein guter, ein sehr bedeutender Tag für die Region rund um die Saalestadt, aber auch für das ganze Land“, erklärte Webel.

Planfeststellungsbeschluss für A 143 „Westumfahrung“ Halle liegt vor

Das Planfeststellungverfahren zum Weiterbau der A 143 westlich von Halle/Saale ist abgeschlossen. „Auf diesen Tag haben nicht nur die Bürgerinnen und Bürger der Saalestadt gewartet. Heute ist ein besonderer Tag für ganz Sachsen-Anhalt“, sagte Landesverkehrsminister Thomas Webel in Halle, wo er aus den Händen von Thomas Pleye, Präsident des Landesverwaltungsamtes, den Planfeststellungsbeschluss entgegen nahm.



Anspruchsvolle Trassenführung

Aus naturschutzfachlicher Sicht stellt die aus der Trassenführung erforderliche Querung des Fauna-Flora-Habitats „Porphyrkuppenlandschaft“ nordwestlich von Halle, auf einer Länge von etwa 600 Metern, eine besondere Herausforderung dar. Um die dabei unvermeidlichen Eingriffswirkungen auf den Naturhaushalt und das Landschaftsbild auf ein Minimum zu reduzieren, erfolgte im Rahmen des fortschreitenden Untersuchungs- und Planungsprozesses die Optimierung der A 143-Projektlösung.

Im Ergebnis dessen werden unter anderem durch den Bau des Landschaftstunnels mit spezieller Lüftungstechnik für alle im Gebiet vorkommenden und vom Projekt betroffenen prioritären Lebensraumtypen erhebliche Beeinträchtigungen vermieden. Darin eingeschlossen sind auch die Kalk-Trockenrasen mit bedeutenden Beständen der gefährdeten Orchideenart Kleines Knabenkraut (Orchis morio). Die betroffenen sonstigen Lebensraumtypen und Biotope profitieren ebenfalls von der Projektoptimierung durch eine verringerte vorhabenbedingte Beeinträchtigung.

Für wandernde Tierarten bedeutet die landschaftsgerechte Überdeckung des Landschaftstunnels die Aufrechterhaltung der gebietsspezifischen Funktionsbeziehungen.

Durch die Umsetzung des Konzeptes der naturschutzfachlichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in Kombination mit vorgelagerten Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen soll eine größtmögliche Naturverträglichkeit des Projektes erreicht werden. Im Rahmen durchzuführender Kontrollen erfolgt die regelmäßige Überwachung der umgesetzten Maßnahmen.

Verkehrseinheit (VKE) 4224 Halle-Neustadt - Halle-Nord

Projektdaten zum südlichen Teilstück

Verlauf

  • Anschlussstelle Halle-Neustadt – Autobahndreieck Halle-Nord

Projektstand

  • im Bau seit 03.12.2019

Ausbaulänge

  • 12,6 Kilometer

Knotenpunkte

  • Anschlussstelle Salzmünde (unsymmetrisches halbes Kleeblatt) mit Landesstraße 159
  • Autobahndreieck Halle-Nord A 143/A 14

Besonderheiten

  • Querung Steilhang „Zorges“ mit Grünbrücke (Nutzbreite 56,00 Meter, davon 6,00 Meter Wegeanteil)
  • Querung Braunkohlentiefbau  
  • Grünspange „Köllmer Weg“ (Nutzbreite 26,00 Meter, davon 6,00 Meter Wegeanteil)
  • Querung Muschelkalkhänge mit Grünbrücke (Nutzbreite 56,00 Meter, davon 6,00 Meter Wegeanteil)
  • Querung „Benkendorfer Bach“ mit Brückenbauwerk (Lichte Weite 250,00 Meter, Nutzbreite 29,50 Meter)
  • Lärmschutztunnel Salzmünde, 2 Röhren, 210 Meter 
  • Saalequerung mit Brückenbauwerk (Lichte Weite 968,00 Meter, Nutzbreite 29,50 Meter)
  • Grünbrücke Gimritz  (Nutzbreite 50,00 Meter)
  • Querung Fauna-Flora-Habitat "Porphyrkuppenlandschaft" nordwestlich Halle mit Landschaftstunnel, 1 Röhre, 300 m
  • Annäherung Fauna-Flora-Habitat "Dölauer Heide und Lindbusch" bei Halle
  • Annäherung Fauna-Flora-Habitat "Muschelkalkhänge" westlich Halle

Ingenieurbauwerke

  • 15 Brücken, davon 4 Grünbrücken
  • 1 Lärmschutztunnel
  • 1 Landschaftstunnel
  • 1 Stützwand
  • 4 Lärmschutzwände
  • 12 Irritationsschutzwände
  • 7 Regenrückhaltebecken

Verkehrsstärken Prognosebelastung für 2025

  • Durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV): 43.500 - 47.000 Kraftfahrzeuge pro 24 Stunden (Kfz/24h)
  • Durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke des Schwerverkehrs (DTVSV): 9.600 - 9.700 Kraftfahrzeuge pro 24 Stunden (Kfz/24h); Geschätzter Anteil am Gesamtverkehr: 20,4 - 22,3 Prozent

Aktive Lärmschutzmaßnahmen

  • im Bereich Bennstedt (Bauanfang) Lärmschutzwall  mit einer Höhe von 5,00 Metern über Gradiente und einer Länge von 880 m
  • Lärmschutztunnel im Bereich Salzmünde, 210 Metern, anschließend Einhausung Saalebrücke, 72 Meter
  • Übergang Einhausung auf Lärmschutzwände, 96 Meter
  • Lärmschutzwand westlich und östlich der Saalebrücke mit einer Höhe von 4,00 m über Gradiente und einer Länge von 200 Metern